Aus einer Hand -
Vorsorge als langfristige Paketlösung
Impressum: Interview von Georg Lutz mit Christoph Strohm (Details) – Artikel in KMU Life, 24. Juni 2010.
Die Diskussion um die Zukunft des Schweizer Drei-Säulenmodells, Unterdeckung und fehlende Transparenz sind nur drei Stichworte die in den medialen Diskussionen der letzten Jahre beim Thema Vorsorge dominant waren. Wir haben dem Geschäftsführer der Profond Vorsorgeeinrichtung auf den Zahn gefühlt und ihn gebeten, die Unternehmensphilosophie seiner Vorsorgeeinrichtung in diesen Kontext zu stellen.
Das Modell der drei Säulen in der Schweiz ist auf den ersten Blick klar strukturiert. Die erste Säule hat eine gesetzliche Grundlage. Aber schon bei der zweiten und dritten Säule gibt es Diskussionen und unterschiedliche Positionierungen. Können Sie für uns ein Bild skizzieren?
Das Problem stellt sich nicht unbedingt auf der Ebene der gesetzlichen Grundlage, die prinzipiell für alle drei Säulen vorhanden ist, sondern viel mehr bei der Vielzahl der Anbieter. Bei der 1. Säule ist der Staat der Anbieter beziehungsweise der Verwalter. In der 2. und 3. Säule sind es hingegen Versicherungsgesellschaften, Banken, unabhängige Vorsorgeeinrichtungen, Freizügigkeitsstiftungen, Beratungsfirmen und Finanzintermediäre die sich mit diesem Geschäft täglich auseinandersetzen und den KMUs bestmögliche Vorsorgelösungen anpreisen. Es stellt sich die Frage, welches KMU hier noch den Überblick behalten und die für sich beste Lösung objektiv heraussuchen kann. Der professionelle Beratungsbedarf ist offensichtlich.
Zudem gibt es auch innerhalb der einzelnen Säulen noch Verbesserungspotential. Wenn Sie sich das kürzlich in der Presse erwähnte Beispiel der in Konkurs geratenen Fina Freizügigkeitsstiftung vor Auge führen, wo viele Versicherte einen grossen Teil ihrer Freizügigkeitsleistung verloren, dann hat der Gesetzgeber klar seinen Auftrag nicht erfüllt.
Unter welchen Voraussetzungen ist dieses Modell langfristig nachhaltig?
Um unser, vom Ausland so oft hoch gelobtes, Drei-Säulenmodell weiterhin erfolgreich führen zu können, sollten wir darauf bedacht sein, dass dieses nicht einer Flut von Regulierungen zum Opfer fällt und dadurch intransparent und träge wird. Viele Pensionskassenverantwortliche, Stiftungsräte, Geschäftsführer wie auch Behörden und Revisionsgesellschaften müssen sich vermehrt hinterfragen. Das Ziel muss sein, die Versicherten in den Mittelpunkt zu stellen und eine möglichst effiziente Verwaltung der treuhänderisch anvertrauten Vorsorgegelder sicher zu stellen und nicht zuletzt möglichst hohe Erträge zu erwirtschaften damit die Versicherten von einer möglichst hohen Altersrente profitieren.
«Das Ziel muss sein, die Versicherten in den Mittelpunkt zu stellen.»
Angesichts internationaler Struktur- und Finanzkrisen hat das Thema Aktien und Vorsorge viel Kritik einstecken müssen. Wie sehen Sie die Situation?
Betrachtet man Aktien im Zusammenhang mit beruflicher Vorsorge im kurzfristigen Bereich, dann gebe ich den Kritikern durchaus Recht. Eine Einrichtung der beruflichen Vorsorge legt ihre Gelder nicht kurzfristig, sondern, ganz im Gegenteil, mit einem mehr als 40-jährigen Anlagehorizont an. In diesem Bereich, macht es deshalb absolut Sinn, einen möglichst hohen Aktienanteil in seinem Portefeuille zu fahren, da die Ertragserwartungen gegenüber Obligationen um ein Vielfaches höher liegen. Namhafte Studien haben gezeigt, dass kurzfristig wohl das Risiko grosser Schwankungen bei Aktien besteht, sich dieses jedoch bei einer Haltedauer ab drei Jahren exponenziell auf das (Risiko-)Niveau von Obligationen senkt. Genau dieses Verhalten zeichnet sich positiv aus bei Pensionskassen, welche sich an diese Erkenntnis konsequent halten.
Das Problem mit der Unterdeckung, in die einige Pensionskassen in den letzten Jahren gekommen sind, scheint gelöst. Aber die nächste Krise kommt bestimmt. Wie ist hier Profond aufgestellt?
Der Deckungsgrad ist für Profond, im Gegensatz zu vielen Medien, nicht eine im Vordergrund stehende Kennzahl. Es handelt sich dabei um eine per Stichtag 31.12.xxxx erhobene Grösse. Wichtig erscheint mir vielmehr, dass Pensionskassenverantwortliche ihre Vorsorgeeinrichtung gesamthaft und vor allem dynamisch betrachten. Ist eine Unterdeckung beispielsweise durch strukturelle Probleme innerhalb der Kasse entstanden, ist dem Deckungsgrad wesentlich grössere Beachtung zu schenken, als wenn sich der Deckungsgrad «nur» auf Grund von Börsenkorrekturen verschlechtert hat. Der Stiftungsrat hat sich seit der Gründung von Profond vor knapp 20 Jahren immer eingehend mit der finanziellen Situation auseinandergesetzt und auch bereits die Krisen von 1994, 2002 und 2008 erfolgreich gemeistert. Monatliche Reportings und Controllingberichte sind hilfreiche Instrumente für einen professioneller Anlageausschuss um die Situation beziehungsweise die Vorsorgeeinrichtung jederzeit unter Kontrolle zu haben.
Es geht aber nicht nur um Geld, sondern um Transparenz. Das Pensionskassenvermögen beträgt ungefähr 600 Milliarden Schweizer Franken. Ein Viertel davon ist in Aktien angelegt. Wer hier wie bestimmt, bleibt aber oft verborgen. Viele kritisieren diesen Zustand als nicht transparent. Wie stehen Sie dazu?
Abstimmen an Generalversammlungen und somit einen gewissen Einfluss in die investierte Firma zu erlangen, ist aus meiner Sicht ein gewisses Wunschdenken. In den meisten Fällen sind Pensionskassen sogenannte Kleinaktionäre, nicht zuletzt hervorgerufen durch ihr Anlagereglement, das nur eine Maximalposition als Investition in eine Unternehmung zulässt. Auch die Diversifikation der Anlagevehikel spricht hier nicht unbedingt für eine aktive Handhabung bei Abstimmungen, da dies einen enormen administrativen Aufwand mit sich bringen würde. Viel wichtiger erscheint es mir, im Vorfeld der geplanten Investition, die Firmen eingehend unter die Lupe zu nehmen um zu gewährleisten, dass man seine Investition in gut geführte Unternehmen platziert.
Kommen wir zur KMU-Praxis. Welche Hürden hat eine strategische Unternehmensvorsorge heute zu nehmen, oder anders gefragt gibt es Leitfragen, die es bei der Umsetzung zu beachten gilt?
Grundsätzlich muss man sich bewusst sein, dass ein Wechsel der Vorsorgeeinrichtung nicht unüberlegt erfolgen soll, da die Neuplatzierung meist eine langfristig orientierte Perspektive haben sollte, nicht zuletzt aus vorgenannten Gründen und insbesondere der Nachhaltigkeit. Wichtig erscheint mir allerdings, dass man sich genug Zeit nimmt, um seinen Vorsorgepartner zu wählen. Ist das Vorsorge Know-how nicht in der Unternehmung, sollte man sich an einen erfahrenen Makler oder eine Beratungsunternehmung für die berufliche Vorsorge wenden. Sich nur auf eine Referenzzahl, wie zum Beispiel den Deckungsgrad, abzustützen, ist ebenfalls nicht ratsam. Es sollten die Leistungen, Kosten und reglementarische Details genau betrachtet und ausgewertet werden. Referenzauskünfte können eine diesbezügliche Analyse durchaus hilfestellend abrunden.
Auf der Homepage von Profond steht der Kernsatz «…attraktive Vorsorgelösungen aus einer Hand». – Was habe ich mir darunter vorzustellen, habe ich einen Ansprechpartner oder geht es um mehr?
Dieser Kernsatz bezieht sich auf die «Profond-Gruppe», bestehend aus der Profond Vorsorgeeinrichtung, der Profond FL Vorsorgestiftung und der Profond Freizügigkeitsstiftung. Mit diesen drei Anbietern können wir grundsätzlich sämtliche Belange der beruflichen Vorsorge aus einer Hand abdecken. Die Versicherten können dadurch von einer einfachen Administration und überdurchschnittlichen Leistungen profitieren.
Wie stellt sich Ihr Unternehmen im Markt auf? Es gibt ja einige Anbieter.
Wie vorgängig erwähnt, stellt Profond in erster Linie die Interessen der versicherten Personen in den Mittelpunkt. Versicherte profitieren einerseits von der Unabhängigkeit, hoher Flexibilität und andererseits von hohen Leistungen bei tiefen Kosten. Eine effiziente und kompetente Beratung und Betreuung sind für uns selbstverständlich. Langjährige und namhafte Anschlusspartner zeugen von einer hohen Qualität in einem partnerschaftlichen Umfeld.
Christoph Strohm ist seit zehn Jahren Geschäftsführer und Stiftungsrat der Profond Vorsorgeeinrichtung.
Weitere Informationen
Profond Vorsorgeeinrichtung
Zürcherstrasse 66
Postfach
CH-8800 Thalwil
Telefon +41 (0) 58 589 89 81
Telefax +41 (0) 58 589 89 01
www.profond.ch
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